Montag, 6. Oktober 2014

Toter geht's nicht - Dietrich Faber



audible, ungekürzt, Provinzkrimi, gelesen von Dietrich Faber und Britta Steffenhagen



Also ehrlich, was ist das für ein Protagonist?
Bezeichnet sich selbst als Memme, ist völlig überfordert und kriegt nichts auf die Reihe?
Und das in einem Krimi?
Geht gar nicht!

Nein, ganz im Gegenteil, denn in ‚Toter geht’s nicht’ ist der Kommissar einfach menschlich, schlägt sich tapfer durch die Unbill seines Lebens und sieht sich selbst so wunderbar selbstironisch, dass es einem fast die Tränen in die Augen treiben könnte. Gerade in diesen kleinen Randgeschichten. Und besonders am Ende.

So liegen die Überraschungen und die Spannung weniger in dem Mordfall – zumal das Opfer auch wunderbar unsympathisch ist – sondern in dem, was im Privatleben von Henning Bröhmann geschieht. Und in ihm selbst. Damit hat er mich gepackt, der Autor. Der auch noch selbst liest, ohne dass es eine Katastrophe gibt. Im Gegenteil, Dietrich Faber liest, als spräche er von sich selbst, ironisch, traurig, genervt, voller Leben, einfach sehr gut. Und ja, das hat mich überrascht.
Britta Steffenhagen bildet dazu einen guten Kontapunkt.

Als Krimi ist ‚Toter geht’s nicht’ eher Durchschnitt und es stellt sich mir die Frage, warum Autoren auf dieses Genre zurückgreifen, wenn sie doch in anderen eventuell mehr punkten könnten. Als Medium ist es allerdings sicherlich einfach. Man nimmt einen Mordfall, eher einfach konstruiert, und bessert das Ganze mit prägnanten Personen auf? Ach, warum nicht?

Fazit?
Wundervoller Auftakt mit Protagonisten, von denen ich mehr hören/lesen möchte.

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