Freitag, 19. Dezember 2014

Kinder der Freiheit - Ken Follett

audible, ungekürzt, Roman, gelesen von Philipp Schepmann



Ich ziehe meinen Hut!
Die Jahrhundert-Trilogie, an die sich Ken Follett gewagt hat, ist beendet und wer die Bücher oder Hörbücher gelesen oder gehört hat, weiß nun doch ziemlich bescheid über das, was unser Leben bis heute prägt. Doch das Besondere an diesem dritten Teil ist, dass ich manches selbst miterlebt habe - oder mit der Erinnerung daran aufgewachsen bin. Und hier schaffte es Ken Follett mehr als ein Mal, mir die Tränen in die Augen zu treiben. Und mir 'nachfühlbar' zu machen, was die Generation meiner Eltern bewegte. Die tiefen Einblicke, die er in sicherlich gut recherchierte Vorgänge lieferte, hat mich sehr beeindruckt. Selten hatte ich bei einem 'historischen' Roman so sehr das Gefühl, beinahe unbekannte Informationen zu bekommen.

Nun kann man trefflich darüber streiten, wie wichtig einzelne Erzählstränge sind, wie wichtig einzelne 'Familienmitglieder', aber das liegt nun einmal in der Entscheidung des Autors und der Leser muss halt sehen, was er selbst daraus macht. Mir hat es sehr viel 'gebracht', auch im Hinblick auf eigene Eindrücke.
Und natürlich hätte dieses Werk noch tausend Seiten mehr gebrauchen können!
Aber der große Bogen ist gespannt, 'liebgewordene' Protagonisten haben wir begleiten können, und so eine Menge gelernt.

Die Schwerpunkte dieses Teils allerdings sind manchmal nicht so ganz pointiert wie in den beiden ersten. Vielleicht liegt es einfach an der Masse der Geschehnisse - und an den Nachfahren der ursprünglichen Protagonisten. Konnte sich Ken Follett in dem ersten Teil noch auf wenige Figuren konzentrieren, die an überschaubaren Ereignissen teilnahmen, so ist in 'Kinder der Freiheit' alles etwas größer und zuweilen erschreckend unübersichtlich. Allerdings hilft der Autor dem Leser/Hörer hier gekonnt mit erklärenden Nebensätzen, die wenig Verwirrung zuließen. Gekonnt!

Philipp Schepmann liest durchaus gut, versucht sich zuweilen am Schauspiel, und leistet sich nur einige wenige Schnitzer. Durchaus angenehm geleitet er den Hörer durch die Geschichte und schafft eine angenehme Atmosphäre. Auch ihm zolle ich Respekt, denn insgesamt über 115 Stunden durchgehend gut zu lesen (zum Glück nicht am Stück) ist eine Leistung!

Fazit?
Ein gelungener Abschluss einer phantastischen Trilogie!


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