Freitag, 6. Februar 2015

Die Liebesdiebin – Christine Lehmann


e-Book, Chick Lit



Was mich bei diesem Buch wirklich überzeugt hat, waren die poetischen Sätze, die Christine Lehmann ab und zu in ihre Geschichte über Liebe, Frust und Familiengeheimnisse streut. Wie ihr wisst, lege ich ja großen Wert auf den Stil, und damit konnte sie wirklich punkten.

Ansonsten gibt es einige Irrungen und Wirrungen, die mir gut gefallen haben, wenn es mir na manchen Stellen auch etwas sehr konstruiert wirkte. Ein bisschen, als ob unbedingt noch ein paar Seiten gefüllt werden müssten. Das st aber nicht schlimm, da es insgesamt doch sehr unterhaltsam und leicht ist. Also keine Gähnattacken zwischendurch, eher ‚nun, muss ich das wissen?’ oder ‚meine Güte, macht hinne’. Was auch mit dem langen Zeitraum zusammenhängt, denn immerhin umfasst er ein Jahr. Und da gibt es einfach Lücken in der Erzählung.
Denn das Ende, so wunderbar kompliziert es ist, ist doch vorhersehbar und ich als Leserin fühlte mich richtig wohl damit.

Was mir allerdings aufgefallen ist, war der Mangel an Erotik.
Und das finde ich richtig gut.
Anders als in den amerikanischen Chick-Lit-Romanen verzichten britischen Autorinnen und hier auch eine deutschsprachige dankenswerter Weise auf die ewig gleiche Darstellung von Klischees. Das allein erhöht schon den Lesegenuss, finde ich.

Die Tiefe der einzelnen Charaktere ist wunderbar gelungen, wie ich finde, gerade auch, weil sie so sympathisch beschrieben werden, besonders die Hauptpersonen.

Was mir allerdings gefehlt hat, war das ‚mitleiden’. Hier fehlte mir einfach der Funke, der mich vom puren Leser zur Frau macht, die alles um sich herum vergisst und ganz in der Geschichte ist. Vielleicht liegt es daran, dass Jasmin einfach zu stark und irgendwie auch perfekt ist?

Fazit?
Durchaus solide mit sehr schönen Sätzen, fehlt doch meiner Meinung nach das gewisse Etwas.

Ich danke bloggdeinbuch und dotbooks für das Rezensionsexemplar

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