Freitag, 13. Februar 2015

Kleine Kannibalen – Torsten Krol


Gebundene Ausgabe, Roman



Dies ist eines der Bücher, bei denen ich restlos in der Geschichte war.
Irgendwie hatte ich mir etwas ganz anderes vorgestellt, als ich dieses Buch vor einigen Jahren gekauft habe, und meine Erwartungen zerschlugen sich bereits nach den ersten Sätzen – nur, um mich neugierig in eine ganz andere Welt führen zu lassen.

Stilistisch ist dieses Buch eher simpel, etwas unbedarft und bar jeder Poesie. Aber poetisch geht es auch nicht zu und irgendwie passt es zum Ich-Erzähler, der etwa sechszehn ist und sich bis dato wohl eher nicht mit Gedichten beschäftigt hat, ja sogar angibt, sie nicht zu mögen.
Trotzdem liest sich ‚Kleine Kannibalen’ flüssig, zumal es auch sehr spannend ist. Und voller schrecklicher Ereignisse, dabei aber durchaus nachvollziehbar.

Was mich begeistert hat, war die Entwicklung von Erich, der als ‚Kind’ startet und als Erwachsener, der die Pfade seiner Kindheit auf mehr als eine Art verlässt, aus der Sache hervorgeht. Losgelöst von jeglichen Einfluss, den seine Eltern (oder andere Angehörige) auf ihn gehabt haben, geht er den Weg der Menschlichkeit – wenn auch nicht so heroisch, wie man jetzt vielleicht glauben könnte. Ja, es geht um Erwachsenwerden, und ich habe glaub, ich noch keine Geschichte gehört, die so stimmig ist.
Nachdem ‚Der Fänger im Roggen’ für mich eher enttäuschend war, gefällt mir dieses Buch gerade bei diesem Grundthema sehr gut, vielleicht auch, weil es für mich nachvollziehbarer ist. Und einfach konsequenter. Kein kindischer Ausbruch auf Zeit, sondern eine überzeugende Erfahrung.

Fazit?
Ein tolles Buch, das mir viele gute Gedanken gegeben hat.

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