Sonntag, 1. März 2015

Das Mädchen, das verstummte (Sebastian Bergman 4) – Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt


Audible, ungekürzt, Krimi, gelesen von Douglas Welbat



Immer wenn man denkt, es könne nicht schlimmer kommen, dann setzt das Autoren-Duo noch einen drauf. Plätschert der vierte Fall von Sebastian Bergman anfangs noch vor sich hin und der Täter ist sehr bald ausgemacht – man sich als Leser/Hörer also etwas gelangweilt zurücklehnt – da überschlagen sich plötzlich die Ereignisse, Douglas Welbat übrigens auch beinahe, und man wischt sich erschöpft den Schweiß von der Stirn. Nur um bald darauf vor Entsetzen geradezu zu erstarren. Ist mir wirklich so ergangen!

Ja, so ist das mit diesem Krimi, der über lange Zeit eher tragisch als actionreich ist, typisch skandinavisch eben.
Aber man muss hier einfach den Krimi von dem zwischenmenschlichen trennen. Fast könnte man den Verdacht haben, es geht Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt weniger um Mord und Totschlag und dem Finden des Täters, sondern vielmehr um das Ermittlerteam, das so wunderbare Ecken und Kanten hat und in Bezug auf ‚Abgründe’ den Tätern schon lange in nichts mehr nachsteht. Und hier ist auch das Talent der Autoren zu finden, nämlich in der Darstellung des menschlichen Wesens. Ruhig, besonnen irgendwie entblättern sie ihre Protagonisten, erzählen Schreckliches und Erschreckendes, aber mit so viel Einfühlungsvermögen, dass man sie durchaus weiter mögen kann. Nunja, bis auf eine Ausnahme vielleicht, denn ich habe einfach meine ganz persönliche Grenze. Aber Sebastian Bergman ist und bleibt mein ‚Held’, der vom scheinbaren Ekelpaket immer mehr zur tragischen Figur wird – und zu demjenigen, der bestimmt, in welche Richtung der, hoffentlich bald erscheinende, nächste Teil geht.

Fazit?
Mir kommt es so vor, als würden Hjorth und Rosenfeldt von Krimi zu Krimi besser!

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