Montag, 16. März 2015

Ismael Orangen – Claire Hajaj


Gebundene Ausgabe, Roman



Es gibt historische Ereignisse, über die ich ziemlich wenig weiß, und genau das war hier der Fall. Ehrlich, ich hab mehr Ahnung von dem ersten Kreuzzug als von aktuellen Geschehnissen im Nahen Osten, Asche auf mein Haupt.
Mit ‚Ismaels Orangen' hoffte ich dieses Defizit ein wenig auszugleichen und muss sagen, das ist ein wenig gelungen. Wenn auch weniger durch die Anhäufung von Fakten, als vielmehr durch das Erzählen von menschlichen Hintergründen. Dabei bleibt Claire Hajaj erstens distanziert und zweitens objektiv, will heißen: es wird nicht bewertet. Das hat mir gut gefallen, denn eines ist wohl jedem klar: ohne ‚Sünde' ist hier niemand.

Der Schwerpunkt liegt also auf dem menschlichen Aspekt, besonders hier bei Judit und Salim, die im Kleinen zu vereinigen suchen, was im Großen selten funktioniert, nämlich zwei (oder mehrere) Kulturen.
Beide ‚Parteien' haben die Last vergangener Generationen zu tragen – und hier ist das, was mir an dem Buch besonders gefallen hat, denn es erklärt nachvollziehbar.

Leider verliert die ‚Liebesgeschichte' ein wenig an Reiz, jedenfalls für mich, der Zeitraum ist zu groß, um auf Kleinigkeiten einzugehen, und damit Charme zu versprühen. Es ist ein bisschen zu viel gewollt, um für alles genügend Raum zu haben.

Stilistisch ist das Buch sehr gut gelungen, es liest sich gut, wenn auch nicht locker, aber so passt es zum Thema.

Fazit?
Ein lesenswertes Buch für Alle, die sich für die Geschichte hinter der Geschichte interessieren. Und als Ansatzpunkt für weitere ‚Forschungen'.

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