Mittwoch, 22. April 2015

Gepäckschein 666 – Alfred Weidenmann


Gebundene Ausgabe, Kinderbuch



Dieses Kinderbuch, erschienen in den 1950er, ist nicht ohne Grund ein Klassiker!
Alfred Weidenmann schreibt einfach überzeugend, immer mit einem Augenzwinkern, an manchen Stellen offen ironisch, und immer voller Liebe zu seinen Protagonisten. Dabei gelingt es ihm, eine spannende Geschichte zu liefern, die auch heute noch begeistern kann. Ganz ohne reißerisch und überdreht zu wirken. Im Gegenteil vermittelt er ganz nebenbei ein wunderbares Bild längst vergangener Zeiten, in der Kinder in Deutschland als Schuhputzer gearbeitet haben und auch sonst einiges an Einfaltsreichtum und Verzicht üben mussten, um ihre Familien zu unterstützen.
Natürlich ist ‚Gepäckschein 666’ weniger sozialkritisch, darf es aber auch sein. Schön fand ich das Aufbegehren gegen Rassismus, durchaus dezent, aber doch schön.

Der Krimi ist sehr schön aufgebaut, man kann mitraten beziehungsweise Hinweise sammeln und so selbst an der Auflösung teilnehmen.

Besonders gut gefallen haben mir die sehr unterschiedlichen Typen, die in diesem Buch auftauchen, sei es der kleine Junge, der mit seinen Sprüchen für Lacher sorgt, sei es die eigenwilligen Hotelbewohner und -mitarbeiter, oder auch der Admiral. Im Grunde verzieren sie die Geschichte und runden sie ab.

Fast möchte ich sagen, dass solche Bücher einfach nicht mehr geschrieben werden. Stilistisch einwandfrei, leichte Unterhaltung mit Niveau und Blick über den Tellerrand – da muss man lange suchen, fürchte ich.
Leider habe ich dieses Buch nicht als Kind gelesen, jetzt ist es jedenfalls eines meiner Highlights dieses Jahres.

Fazit?
Ein wundervolles Jugendbuch, dem die Zeit wenig anhaben kann!

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