Montag, 6. April 2015

Helden in Schnabelschuhen – Anselm Neft


Klappbroschur, Roman



Ja, mich hat die Idee begeistert, nicht die große Sinnsuche, sondern die Sache mit den Mittelaltermärkten. Und ich muss sagen, da gab es Einblicke – die ich im übrigen sehr realistisch finde – die ich nicht unbedingt gebraucht hätte, aber gut, gedacht habe ich mir so etwas schon. Da gab es denn auch die manche Erinnerung an meine Zeit auf solchen Märkten, allerdings war ich eher 'der Tourist'. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem.
So hat mir der Teil auch sehr gut gefallen.

Schön fand ich anfangs auch den philosophischen Ansatz, doch irgendwann fand ich es ein bisschen zu viel. Man kann halt alles zerdenken und kaputt argumentieren. Vor allem, wenn man auf bereits gedachtes zurückgreift und das immer und immer wieder wiederkäut. Ist doch wahr! Statt zu leben, außer wenn er stockbesoffen ist, denkt Max und führt den Leser dabei sehr gekonnt durch die Philosophie. Aber irgendwann ist es auch mal gut, finde ich.

Wer also die Verwandlung des Protagonisten mitverfolgen will, auf höchstem Niveau (und natürlich nicht abgeschlossen), ein klassischer Aufbau, der ist hier genau richtig. Mich hat es irgendwann eher gelangweilt.

Der Stil allerdings, der ist vom Feinsten, fordert vom Leser einiges, belohnt aber auch mir wunderschönen Sätzen, Wortaneinanderreihungen und sprachlichen Exzessen der Extraklasse. Dafür alleine hat es sich schon gelohnt durchzuhalten.

Fazit?
Wunderbar geschrieben, inhaltlich eher dann doch für mich zu abgehoben.


Und jetzt mal eine kleine Anekdote aus meinem Leben:
Dermaleinst war ich bei einem Indoor-Mittelaltermarkt. Angetan mit leichter Gewandung und einigen anderen Accessoires, stand ich an einem Tisch, als mich ein gar riesiges Ungetüm einfach so anrempelte und sodann das Weite suchte, ohne ein Wort der Entschuldigung, alleine deshalb, weil es ein Ungetüm aus der Gruppe der Schelmish war.
Arrogantes Vagantenpack!


Bei Betrachtung des Bildes jedoch macht euch bewusst, dass es zehn Jahre her ist!

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