Freitag, 10. April 2015

Tante Poldi und die sizilianischen Löwen – Mario Giordano


Klappbroschur, Krimi



‚Tante Poldi und die sizilianischen Löwen’ hat einen ganz eigenen Charme, der auf zwei Personen und einer Insel beruht.
Zum einen ist da Tante Poldi, die urbairisch daher kommt und die man einfach ins Herz schließen kann. Mit all ihren Ecken und Kanten unter ihren Rundungen, ist sie wirklich der Sympathieträger schlechthin, wie eine sehr moderne Margaret Rutherford, und einfach ein Gemütsmensch.
Zum anderen ist da der Neffe, der die Geschichte niederschreibt, und sich immer mal wieder in das Gespräch einbringt, manchmal mit Hintergrundwissen, manchmal mit Fragen, die der Leser wohl auch gerne stellen würde. Dass er dabei auch so einiges über sein Schriftsteller-Dasein ausplaudert, nun, kann interessieren, muss es aber nicht. Schließlich ist Tante Poldis Geschichte auch ohne interessant genug.
Schließlich geht es um Sizilien. Mit dem liebevollen Blick einer Mutter führt Mario Giordano den Leser auf diese Insel, spart nicht an kritischen Punkten, und erweckt trotzdem den Wunsch, den Koffer zu packen und Urlaub zu machen, um sich das Alles mal in Ruhe anzuschauen. Die Landschaft sowieso, aber auch die Menschen. Und ganz bestimmte Örtlichkeiten. Vielleicht mit dem Buch in der Hand. Tja, und so ist ‚Tante Poldi und die sizilianischen Löwen’ auch ein bisschen wie Urlaub.

Aufbauend auf diese drei Komponenten entspinnt sich ein durchaus spannender Krimi mit richtigen Leichen und richtigen Verbrechern – lasst euch da nicht vom Cover täuschen – mit einem sehr hohen humoristischen Anteil, aber auch sehr viel Lebensweisheit. Leicht zu lesen, liefert Mario Giordano ein schönes Paket lockerer Unterhaltung ab, der man sich entspannt widmen kann, und die sehr viel Lust auf mehr macht. Allerdings hätte ich mir einen Anhang mit Übersetzungen gewünscht, denn manche Begriffe kannte ich nun doch nicht. Und ich meine jetzt nicht die bairischen.

Fazit?
Ein Buch für entspannte Stunden. Mir hat es gefallen.

Ich danke bloggdeinbuch und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.
Und vielen Dank auch für die stylischen Untersetzer!

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