Samstag, 4. April 2015

Ziemlich unverbesserlich – Frauke Scheunemann



Klappbroschur, Chick Lit



Was für ein schönes Buch.
Als ich es bekam, habe ich es minutenlang in den Händen gehalten und angeschaut, weil ich es soooo schön finde. Und auch das Innere der Klappen ist soooo schön! Ehrlich, da braucht es nicht mehr viel, um dieses Buch zu lieben!

Nun habe ich mit Frauke Scheunemann so meine Probleme. Und das liegt an Herkules, dem wirklich süßen Dackel. In ‚Dackelblick’ und ‚Katzenjammer’ – die beiden Bücher habe ich gelesen, ‚Welpenalarm’ subt seit Jahren im Regal – jagt die Autorin das Hündchen durch haarsträubende Abenteuer, die mich zum Teil echt geärgert haben. Die Vermenschlichung von Tieren in ‚Erwachsenenromanen’ ist für mich eher problematisch. Und nur der Dramaturgie wegen… lassen wir das.
Ich bin also mit gemischten Gefühlen an dieses Buch gegangen, nach dem Motto: Es ist so schön, aber ich habe Angst!

Alle Bedenken waren umsonst, es ist ein wunderbar unterhaltsames Buch, in dem ‚Nikola’ aus ihrem Leben plaudert, mit sehr viel Herz und toller Selbstironie. Ihr zur Seite stehen sympathische Protagonisten, die liebevoll gezeichnete Typen sind, die einem richtig ans Herzen wachsen. Und die Frage ‚wer denn nun’ ist irgendwie noch ein bisschen offen – oder hoffe ich einfach auf eine Fortsetzung?

Beeindruckt hat mich der Umgang mit dem Thema ‚Drogen’, Respekt! Ohne zu verurteilen, traut sich Frauke Scheunemann hier an ein brisantes Thema und löst es ohne morallastige Entgleisungen. Sicher werden das andere anders sehen, ich finde es gut. Und realistisch.

Stilistisch habe ich anfangs mit der Gegenwartsform gehadert – irgendwann habe ich mich daran gewöhnt. So schlimm, wie ich es vor ein paar Jahren noch fand, ist es gar nicht. Nur irritierend. Aber bei einer guten Geschichte stört es mich nicht mehr.

Dennoch sprang der Funke nicht so richtig über. Die Geschichte ist durchaus spannend und interessant, aber nicht so emotional, dass es mich gepackt hätte. Kein lautes Lachen, keine Tränen, dafür solide und phantasiereiche Unterhaltung.

Fazit?
Ein Garant für nette Stunden – und ein Hingucker sowieso.

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