Sonntag, 24. Mai 2015

Gemordet wird immer (Viktor Anders 1) – Tessa Korber


Broschur, Bestatter-Krimi



Da mir schwarzer Humor nicht ganz fern liegt, habe ich mich sehr auf diesen Krimi gefreut.
Und ich wurde nicht enttäuscht – obwohl sich der Humor in Grenzen hält. Vielmehr vermag es Tessa Korber, ihren Protagonisten Leben einzuhauchen und sie mit sehr viel Tiefe auszustatten. Besonders gut gelingt ihr dies in der Darstellung des autistischen Tobias, wie ich finde.

Auch deshalb hat dieser Krimi, der vom Äußeren her eher so etwas wie leichte Unterhaltung verspricht, sehr viel Anspruch und scheut sich nicht, auch philosophisch zu werden. Das hat mir sehr gut gefallen. Dabei liest es sich gut und flüssig, da es stilistisch solide und wunderbar ausgearbeitet ist.

Die Verwicklungen, die Tessa Korber mit wenigen Figuren schafft, fand ich faszinierend, da wird jede scheinbare Nebenfigur zur Hauptperson und der Personenkreis bleibt schön übersichtlich. Denn wer auf der einen Seite vielleicht unverdächtig ist, ist es noch lange nicht auf der anderen.

Der Krimianteil ist mäßig spannend, wenn auch klassisch mit falschen Verdächtigungen und Toten. Insgesamt scheint er jedoch eher als Trägermedium zu dienen, denn es macht den Eindruck, als ginge es für die Autorin vorrangig um die Einführung der Personen rund um Viktor Anders – und um die Aufklärung eines ganz anderen ‚Mordes’.

Viktor Anders ist übrigens eine etwas kantige Personen, durchaus sympathisch, aber doch auch stellenweise nervig, vielleicht zu wenig Klischee und doch mehr reale Person, die halt nur bedingt zwischen zwei Buchdeckel passt. Ihn zu mögen und mit ihm zu leiden, fällt mir da eher schwer, wenn er auch insgesamt sehr interessant ist.
Auf alle Fälle macht ‚Gemordet wird immer’ Lust auf mehr!

Fazit?
Ein unterhaltsamer Roman mit interessanten Personen, der als erster Teil durchaus neugierig auf die Fortsetzung macht.

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