Freitag, 19. Juni 2015

Online-Dating ist kein Zuckerschlecken – Fairy Gold


e-book, Liebe



In ‚Online-Dating ist kein Zuckerschlecken’ geht es um drei Frauen, die ihr Glück im Internet suchen und nebenbei noch leckere vegetarische/vegane Gerichte genießen (die Rezepte gibt es im Anhang!).

Leider konnte es mich allerdings stilistisch nur bedingt überzeugen, was aber der Tatsache geschuldet ist, dass die beiden Autorinnen Brenda Hilbig und Petra Czernitzki den Spagat zwischen leichter, fiktiver Liebes-Unterhaltung und der harten Realität wagen, sodass es des öfteren zu einem Sachbuch-Ton kommt.
Das tut dem Unterhaltungsfaktor allerdings nur bedingt Abbruch und ich habe das Buch an einem Abend gelesen, konnte es nicht aus der Hand legen und hatte meinen Spaß.

Da ich das Buch im Rahmen der Blogtour gelesen habe, gibt es jetzt noch eine kleine Plauderei zum Thema ‚Online-Dating’ – wobei ich gleich vorweg nehme, dass Fairy Gold wissen, worüber sie schreiben ;)

Als Endvierzigerin habe ich erste Erfahrung allerdings schon mit normalen Kontaktanzeigen gesammelt, damals, vor etwa 25 Jahren. Und auch da gab es schon die Männer, die einfach mal ein Nacktfoto von sich in einen zusammengestümperten Brief steckten. Da bekam ich dann auch so manchen Schreck, wenn die aus dem Umschlag purzelten. Schön waren auch die Dates, bei denen dann ganz schnell klar wurde, dass ‚gutaussehend’ anscheinend ein sehr dehnbarer Begriff ist, genau wie 1,80m als Größenangabe.
Aber ich fand auch einen Freund, den ich wohl hätte heiraten können, wäre es nicht nach drei Jahren zur Trennung gekommen.

Nach meiner Scheidung, quasi Jahrzehnte später, versuchte ich es auf unterschiedlichen Dating-Portalen. Eines war kostenlos, und da teile ich die Erfahrungen von Melanie. Es ist lustig, interessant und man trifft nette Typen. Was daraus wird, liegt an den Beteiligten, aber bedrohlich wurde es für mich nie – ich hatte allerdings auch meistens meinen Hund dabei ;)
Aber es gibt sie, die Typen, die nur ins Bett wollen, die arroganten Selbstverliebten, die nur über sich reden, und die lieben ‚Trottel’, die einfach zu gut für diese Welt sind, aber leider auch schrecklich langweilig. Oder der, der einem nach einer gemeinsamen Nacht einen Heiratsantrag macht. Jawohl, auch das habe ich erlebt.

Dann war ich noch bei einem Portal, bei dem ich ein dreimonatiges Abo abschließen musste, um die Mails lesen zu können, die mir geschickt wurden. Ja, Frischfleisch wird erst einmal bombardiert, das Interesse flaute aber schnell ab und auch ich verlor das Interesse, traf dann aber den Freund wieder, den ich Jahrzehnte vorher via Kontaktanzeige fand. Wir trafen uns drei Mal, und er verschwand genauso aus meinem Leben, wie er es zwanzig Jahre vorher tat.

Mein Resümee zum Thema Online-Dating: Man kann eine Menge Spaß haben, interessante Erfahrungen machen und schöne Abende verbringen (auch ohne Sex) – aber wer krampfhaft nach der großen Liebe sucht, wird wohl eher enttäuscht. Denn auch online sind Frauen und Männer nicht anders, als im realen Leben, wenn auch direkter und vielleicht ein wenig zur Selbstüberschätzung neigend.

Und das wird in ‚Online-Dating ist kein Zuckerschlecken’ sehr schön dargestellt und die ‚Benimmregeln’ finde ich sehr sinnvoll. Allerdings wird gerade bei ‚Sabine’ deutlich, wie sehr Erwartungen und Realität auseinander klaffen. Wer sich also wundert, warum er seinen Traumann oder seine Traumfrau im real life nicht findet, der sollte sich mal überlegen, ob es vielleicht einfach an der Definition liegt.

Fazit?
Ein netter Roman, der in mir viele Erinnerungen geweckt hat. Und dem ich jeden ans Herz legen möchte, der meint, er müsse online auf die Pirsch gehen.

Ich danke dem feelings-Verlag für das Rezensionsexemplar und der Möglichkeit, an dieser Blogtour teilzunehmen.


Zur nächsten Station der Blogtour geht es morgen hier
Leider ist das auch schon die letzte Station!
Aber im Anschluss an die Blogtour gibt es bei feelings ein Gewinnspiel, bei dem es nicht dieses Buch, sondern 'Mojito-Nächte' zu gewinnen gibt.

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