Donnerstag, 30. Juli 2015

5 Tage, die uns bleiben - Julie Lawson Timmer



Klappbroschur, Roman



Dies könnte ein hochdramatisches Buch sein, hätte sich Julie Lawson Timmer auf eine Geschichte konzentriert.
Aber der Reihe nach.

Im Vordergrund steht sicherlich Mara, die an der Huntington Krankheit erkrankt ist und beschließt, ihrem Elend ein Ende zu bereiten - auch, weil sie ihren unaufhaltsamen Verfall der geliebten Familie nicht zumuten will. Das ist durchaus interessant und sehr gut dargestellt. Doch der Autorin war das nicht genug, sie musste nebenbei auch noch die Geschichte von Scott erzählen, der ganz andere Probleme hat. Gemeinsamer Nenner ist allein die tiefe Zuneigung zu einem Kind, das nicht das eigene ist.
So fließt '5 Tage, die uns bleiben' geradezu über vor elterlicher Liebe, Verantwortungsgefühl und den liebenswerten Kleinigkeiten eines Kindes. Das ist gut und schön - hat michg baer nur am Rande 'gefesselt.

Meiner Meinung nach, hat Julie Lawson Timmer einen dramatischen Effekt - die tödliche Krankheit - gebraucht, um eine Handlung zu transportieren, der es auch so an genug Spannung nicht mangelt. Dadurch wird das Ende für mich einfach zu nichtssagend.
Dazu kommt noch der Stil, der mütterlich-verliebt und damit simpel und blauäugig ist. Das wird den Themen einfach nicht gerecht, wie ich finde. Sicherlich ist es realistisch, aber mir einfach zu rührselig und stellenweise auch zu reißerisch, irgendwie. Als ob die Autorin eigentlich nur eine kleine Geschichte erzählen wollte (was geht in einer Frau vor, die Selbstmord begehen will, weil sie die Auswirkungen einer schrecklichen Erkrankung nicht erträgt), diese dann aber, aus welchen Gründen uach immer, künstlich aufblasen musste. So hat sie zwei sehr gefühlvolle Geschichten miteinander vermischt, und heraus kommt ein großes Fragezeichen bei mir.
Was will die Autorin mir mit diesem Buch sagen?
Dass das Schicksal von Kindern immer im Vordergrund steht?
Dass Eltern zum Wohle der Kinder auf alles verzichten sollen?

Das wird dem Leser ziemlich schnell klar - zumal es auch nahezu selbstverständlich sein sollte.
In dieser Umsetzung finde ich es insgesamt allerdings sehr unbefriedigend, weil ich das Gefühl habe, ein unvollständiges Statement in den Händen zu halten, das auf der Welle der tragischen Lebens- und Krankheitsgeschichten mitschwimmen will. Aber dafür ist es mir zu weichgespült. Trotz des Endes.

Fazit?
Mich hat '5 Tage, die uns bleiben' nicht überzeugt.

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