Donnerstag, 2. Juli 2015

Der Nil, ein Schiff und etwas Liebe - Imke Schenk


E-Book, Chick Lit



Nein, dieses Buch hat mir nicht gefallen, aber ich möchte betonen, dass es sich hierbei um eine rein subjektive Meinung handelt.

Die Geschichte ist einfach gestrickt, das Thema hinlänglich bekannt. Alleinstehende Frau, die eher ein graues Mäuschen ist, wird von ihrer verstorbenen Großmutter zu einer Nilkreuzfahrt genötigt und blüht auf.

Das hat durchaus Potential und hätte Urlaubsfeeling wecken können. Für mich steht nun aber definitiv fest, dass ich niemals eine Nilkreuzfahrt machen werde. Zu heiß, zu viele Menschen, zu schmutzig - so würde ich das Resümmee ziehen. Danke allerdings für diese Aufklärung!

Ansonsten konnte mich die Geschichte kaum in seinen Bann ziehen, da es mir insgesamt zu weichgespült und rosarot war. Die kleinen Ausflüge in das Krimigenre fand ich eher halbherzig, wenn auch 'neckisch'. Die menschlichen Komponenten waren mir zu unrealistisch und so schrecklich vorhersehbar, wie die Träume eines Kindes, nach dem Motto 'wenn ich brav bin, haben sich Papa und Mama wieder lieb'. Läuft so das Leben? Ich glaube nicht. Natürlich muss ein Roman nicht realistisch sein, aber hier hätte ich mir einfach mehr Tiefe gewünscht. Und einiges mehr an Charme. So ist Birte zwar irgendwie nett, aber eben auch nicht mehr.
Insgesamt kommt es mir so vor, als hätte Imke Schenk versucht, möglichst viel auf die wenigen Seiten zu 'quetschen' und dadurch zu wenig Raum für die Charakteren und ihre Geschichten gehabt. Dadurch wird die eigentliche Geschichte auf Klischees reduziert und das Ende dann einfach nur zuckerwattelastig.
Da fallen dann auch mal angefangene Handlungsstränge unter den Tisch, weil sie nicht in die heile Welt passen.

Gestört hat mich auch die Darstellung von Birte, von der man anfangs den Eindruck hatte, sie hätte kaum einen Fuß vor die Tür gesetzt, nur um im Laufe der Geschichte von einigen 'Abenteuern' zu erfahren. Da geriet das Bild ziemlich ins Schwanken und wurde unrund.

Humorvoll fand ich 'Der Nil, ein Schiff und etwas Liebe' leider überhaupt nicht.

Der Stil ist genauso einfach, viele kurze Sätze, die einen etwas abgehackten Lesefluss hervorrufen - jedenfalls bei mir. Natürlich habe ich keine hochgeistige Literatur erwartet, aber ganz so einfach hätte es meiner Meinung nach nicht sein müssen. Hier fehlt mir einfach der leichte Umgang mit der Sprache und ein wenig Finesse.
Positiv finde ich allerdings den Mangel an Fehlern.

Fazit?
Sicherlich ein nettes Buch für den Urlaub, wenn man in der Sonne liegt und nur noch wenig geistige Kapazität zur Verfügung hat. Für anspruchsvolle Leser eher zu leichte Kost.

Ich danke bloggdeinbuch und edel-ebooks für das Rezensionsexemplar.
Bestellt werden kann es, wenn ihr oben auf das Cover klickt, da gibt es dann auch eine Leseprobe.

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