Freitag, 24. Juli 2015

Heimweh - Marc Raabe




Klappbroschur, Psychothriller



Dies ist zwar das dritte Buch von Marc Raabe, aber weder der dritte noch der zweite von irgendeiner Reihe. Und eine Fortsetzung fände ich persönlich auch völlig überflüssig. Nein, es ist einfach ein Thriller, der ganz für sich steht und absolut stimmig und rund ist.
Warum ich das schreibe? Weil irgendjemand meinte, es wäre eine Reihe.

Der Titel ist ein klein wenig irreführend, finde ich, weil es nach Glück und Zuhause klingt - und davon ist die Lebensgeschichte von Jesse nun wirkllich sehr weit entfernt. Netter Trick, den Leser zuerst auf eine falsche Spur zu schicken, und keine Angst, mit dieser Aussage habe ich überhaupt nichts verraten . Ist nur interessant, wenn der Titel so gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat.

Aber nun zum Inhalt:
Was ist das für eine neue Sitte, den Leser erst einmal völlig zu verwirren? Ist wirklich nicht das erste Buch, dass mich zuerst völlig überfordert mit verschiedenen Zeitebenen und schrecklich vielen Personen. Muss das sein?
Natürlich dröselt sich das irgendwann auf und es geht einigermaßen 'gesittet' weiter, dann ergeben die Handlungsstränge auch Sinn und es macht Spaß, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen. Ja, wer aufpasst, vermutet schon recht schnell, was hier geschieht. Trotzdem bleibt 'Heimweh' spannend bis fast zur letzten Seite. Und der psychologische Anteil ist wirklich sehr interessant. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich bis zum letzten Punkt nachvollziehen kann, zum Nachdenken regt es aber an.
Insgesamt ist die Geschichte auf alle Fälle stimmig und sehr spannend, nicht nur gegen Ende, auch, weil man als Leser sehr viel Raum für eigene Gedanken hat. Und damit ist das Buch auch erfrischend ungewöhnlich und hebt sich von den 08/15-Psychothrillern ab, von denen es meiner meinung nach schon viel zu viele gibt.

Stilistisch gibt es wenig zu meckern. Manche Begrifflichkeiten waren mir fremd, nein, nicht der süddeutsche Dialekt, der nur sehr sparsam eingesetzt wird, sondern einfach Redewendungen, die ich so nicht kenne. Gut finde ich das nicht, aber schlimm ist es auch nicht. Ansonsten lässt sich 'Heimweh' sehr gut lesen und die Erzählstränge sind gut durch die Überschriften einzuordnen.

Fazit?
Ein überzeugender Psychothriller, der den Leser ganz schön in Atem hält.

Ich danke bloggdeinbuch und dem Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar.
Bestellt werden kann es auch hier

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