Freitag, 21. August 2015

Ernährung und der ganze Rest #2

Heute geht es um Kräuter und Tee, das Wissen unserer Ahnen und was wirklich hilft ;)

Vor etwa siebzehn Jahren litt ich ganz schrecklich unter Sodbrennen - sicherlich psychisch bedingt, aber auch sehr stark abhängig davon, was ich so zu mir nahm. Natürlich habe ich einschlägige Präparate benutzt, doch wirkte nichts nachhaltig und half immer weniger. Eines Tages nun betrat ich die Küche, in der ich zu der Zeit gearbeitet habe, und dachte 'Fencheltee'. Keine Ahnung, woher dieser Gedanke kam, er tauchte auf und ich setzte ihn in die Tat um. Anfangs verzichtete ich auf alle anderen Getränke (jaha, es gab auch keinen Kaffee mehr) und trank nur noch Fencheltee. Morgens, mittags, abends. Und siehe da, das Sodbrennen wurde weniger und war zwischendurch vollständig verschwunden. Heute tritt es zwar noch ab und zu auf, aber ich habe immer Fenchelsamen parat und es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht mindestens eine große Tasse Fencheltee trinke.


Und weil das so gut funktioniert, halte ich mich auch bei anderen Wehwechen gerne an das, was einfach irgendwo rumwächst. Gerade im Frühling/Sommer/Herbst ist es ganz einfach, einiges beim Spaziergang zu finden, oder auf der heimischen Wiese.

Kennt ihr Spitzwegerich?


Wächst am Wegesrand und einfach auf der Wiese.
Schmeckt nicht gut.
Wirkt wie verrückt bei allem, was mit den Atemwegen zu tun hat (besonders bei Nebenhöhlenproblemen) und nach Zahn-OPs (gezogener Zahn). Da ist ein antibiotisch wirkender Stoff drin, unglaublich. Und das Zeug wächst wie Unkraut, hähä! Ich pflücke einfach ein paar Spitzen, knülle die zusammen und stecke sie in den Mund. Ordentlich kauen und runterschlucken, einmal kräftig schütteln und mit Fencheltee (Scherz, ihr könnt nehmen, was ihr wollt) nachspülen. Natürlich wirkt das nicht bei totaler Vereiterung, da geht bitte zum Arzt. Aber bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen und wenn die Wunde im Zahnfleisch Probleme macht, kann ich das nur empfehlen.

Was überhaupt gut für die Atemwege ist, ist Kapuzinerkresse (und die ist lecker!).


Die Blätter schmecken ein wenig scharf, ein bisschen wie Meerettich, die Blüten sind milder.
Ich esse nur die Blätter, weil ich hoffe, aus den Blüten genug Samen für nächstes Jahr zu bekommen. Man kann die gut in der Wohnung anzüchten, ich weiß allerdings nicht, ob sie dann auch blühen und wie das im Winter mit der Heizungsluft ist. Ansonsten bekommt man den Samen aber auch in jeder Samenhandlung. Auch diese Pflanze wächst wie verrückt und so hat man über mehrere Monate im Jahr garantiert genug, um ab und zu ein paar Blätter zu essen. Die Blüten machen sich auch gut als essbare Deko bei einem schönen Salat, mit den Blättern habe ich das noch nicht ausprobiert, weil ich sie pur einfach toll finde.
Wem das zu viel Aufwand ist, der kann auch einfach auf Gartenkresse zurückgreifen. Die gibt es bereits 'ausgewachsen' zu kaufen, oder man lässt sie in einem kleinen Gefäß wachsen. Ziemlich unspektakulär geht das sogar auf einer Untertasse mit Watte.

Momentan sind die Brombeeren reif - die wachsen an sämtlichen Bahndämmen und sind köstlich. Gesund sowieso, aber ich empfehle, die höchsten zu nehmen, da hat dann hoffentlich niemand dran gepinkelt.
Und bald gibt es dann auch Bucheckern, die liebe ich. Aber Vorsicht! Sie enthalten Blausäure, also nicht zu viele essen! Aber so vier, fünf Stück schaden nicht.

Wie ihr seht, kann man einige Leckereien finden, wenn man mit offenen Augen durch die Botanik stapft. Und manchmal ist ein scheinbares Unkraut richtig praktisch.

Bleibt gesund und greift öfter zu Grünzeug!

P.S.: Den Tee bestelle ich natürlich beim Teewicht, und da gibt es noch ganz viel gesunder Tee für die kleinen und großen Wehwechen. Oder auch einfach leckere Sachen!

Alles über meinen Gerstengras-Selbstversuch gibt es hier
Und wer nun überhaupt nicht weiß, was diese ganze Kräuter-Laberei soll, wird hier aufgeklärt

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