Montag, 17. August 2015

Liebe zum Nachtisch - Victoria Seifried



Broschur, Chick Lit



Dieses Buch ist genauso zuckersüß, wie es das Cover vermuten lässt. Und das meine ich nicht negativ.
Ich habe mich jedenfalls mit diesem Buch sehr wohl gefühlt.

Die Geschichte ist locker-leicht, und fast schon klassisch. Sie trifft ihn, sie verlieren sich aus den Augen und sie macht sich auf die Suche. Dabei springt sie mwhrfach über ihren eigenen Schatten und am Ende ist alles gut.
Genau das Richtige also für den verregneten Sonntag auf der Couch.
Dabei erzählt Victoria Seifried durchaus auch tiefschürfend, bleibt dabei aber dezent und wunderbar positiv - und realistisch, was die Macken ihrer Protagonisten betrifft. Helena als Ich-Erzählerin ist charmant und nachvollziehbar, und ja, ich habe doch ein wenig mitgelitten, auch wenn ich manche Situationen etwas realitätsfern fand. Nein, nicht die Sache mit dem Glückskeks, die hat einfach ihre eigene Magie, aber das mit dem Handy war schon verwirrend. Denn Anrufe werden doch auf der SIM-Karte gespeichert, oder? Es gibt noch andere Punkte, aber ohne dieses Zurechtbiegen wäre die Geschichte wohl einfach nicht möglich.
Richtig gut gefallen hat mir Pirmin - die Idee ist klasse, die Umsetzung einfach toll.

Stilistisch bildet sich eine Einheit zu der Handlung. Helena spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist und so ist auch das Buch geschrieben, so, als hätte man die Protagonistin vor sich und sie würde erzählen. Mir macht das Spaß - und da sehe ich auch über Kleinigkeiten hinweg. 'Liebe zum Nachtisch' liest sich gut und flüssig und man kann das Buch gut in einem Rutsch lesen.

Insgesamt ist das Buch natürlich relativ unrealistisch, aber es lädt zum Träumen ein - und hat eine klare Botschaft: Man muss sich manchmal einfach was trauen, gegen den inneren Schweinehund ankämpfen und es wenigstens versuchen. Weil man durchaus Fehler bereuen kann, aber noch schlimmer ist es, es gar nicht erst versucht zu haben.

Fazit?
Ein nettes Buch, das richtig gut unterhält und einen grauen Sonntag zum Genuss werden lässt.

'Liebe zum Nachtisch' ist bei Heyne erschienen.

Der Satz 'Hoffen wir das Beste, lieber Leser' stammt aus den Zeiten, als es in Tageszeitungen Fortsetzungsromane gab (ja, ich weiß, die gibt es heute noch, das war aber extra dafür geschrieben Geschichten, die jeden Tga mit Cliffhangern endeten) - soweit ich das weiß, lautete der Satz 'Hoffen wir das Beste, lieber Leser, und machen uns zugleich auf das Schlimmste gefasst.'

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