Samstag, 1. August 2015

Messerwunden (N'amercaá - Geschichten aus der gnadenlosen Stadt 1) - Georg Bruckmann



Download, ungekürzt, Fantasy, gelesen von Georg Bruckmann



Nein, das ist nun eigentlich gar nicht mein Fall - und ich habe mich bereits an anderer Stelle darüber ausgelasen, dass ich diese Art von Fantasy eigentlich nicht mag. Aber es gibt ein paar Aspekte, die mir sehr gut gefallen haben, sodass ich darüber hinwegsehen kann, denke ich.

Die Handlung hat mir in sofern gefallen, und das klingt jetzt sehr seltsam, weil der Autor geradezu in Gewaltätigkeit und Hässlichkeit schwelgt. Konsequent entwirft er ein Szenario, das einfach nur widerlich ist. Die Stadt, die Menschen, die Umstände und schließlich die Morde sind einfach nur ekelerregend - und üben damit eine gewisse Faszination aus. Ich habe mich gefragt, wann mir wirklich schlecht werden würde und was für Phantasien der Autor noch so mit sich rumträgt. Ich weiß, das hört sich jetzt eher negativ an, so ist es aber nicht gemeint. Man muss sich auch trauen, so viel Widerlichkeit zu Papier zu bringen. Und es so konsequent durch zu halten.
Dabei ist 'Messerwunden' stilistisch sehr gut formuliert und man kann sich die Sätze durchaus auf der Zunge zergehen lassen.

Leider tat das auch Georg Bruckmann, der sein Werk selbst mit äußerst angenehmer Stimme liest. Allerdings gibt er sch so viel Mühe, jedes Wort beinahe überdeutlich auszusprechen, dass ich als Hörer zuweilen ein wenig ungeduldig wurde und ihn am liebsten angetrieben hätte. Da wirkt ein Satz schon mal wie woanders ein ganzer Absatz und erfordert Geduld, die ich nicht unbedingt hatte, wollte ich doch wissen, wie es weitergeht.
Und an dieser Stelle muss ich fast über mich selbst lachen, finde ich es doch woanders eher negativ, wenn ein Sprecher rumschludert.
Nun gut.

Was mich richtig begeistert hat, war die Liebe zum Detail.
Die Musik ist toll und passt zum Text. Und die wörtliche Rede auf der rechten Seite zu lassen, war interessant. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, dass der Gesprächspartner dann die linke Seite benutzt. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Ich denke, Georg Bruckmann hat sich sehr viel Mühe gegeben, mehr, als es andere Sprecher tun, und das Ergebnis ist überraschend gut und überzeugend. Respekt!

Fazit?
Als Gesamtprojekt sehr gut - inhaltlich allerdings auch ein wenig übertrieben.

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