Freitag, 21. August 2015

Warschauer Verstrickungen - Zygmunt Miloszewski



Taschenbuch, Krimi



Ganz ohne Zweifel ist 'Warschauer Verstrickung' ein richtig guter Krimi!
Sehr fundiert erzählt der Autor sowohl von psychologischen Therapiemöglichkeiten als auch von polnischen Eigenwilligkeiten und Altlasten. Das Ganze wird durch einen sehr guten Stil ohne Ecken und Kanten anspruchsvoll dargestellt und mit Leben erfüllt. Dazu sind die Protagonisten sehr bildlich dargestellt und ohne Zweifel sehr lebensnah und interessant.

So weit, so gut.

Allerdings haben mich die polnischen Namen einfach nur kirre gemacht. Das hat mich schockiert, denn bislang fühlte ich mich in allen (Bücher)Welten wohl und schwelgte gerade in den Namen als Zeichen der internationalen Unterhaltung. Aber hier streikten meine Synapsen und ich habe fast während des gesamten Buches versucht, mir die Namen wenigstens annähernd einzuprägen. Ging nicht! Diese Aneinanderreihung von Konsonanten ergibt für mein Hirn einfach keinen Sinn, es tut mir leid. Deshalb wurde das Lesen stellenweise zur Qual und das Wiederanfangen zur Überwindung des inneren Schweinehundes. Aber ich möchte betonen, dass das ganz allein an mir liegt und überhaupt nichts mit der Qualität des Buches zu tun hat. Denn das ist gut. Nur mich hat es an vielen Stellen abgeschreckt.

Leider hatte ich auch mit den Protagonisten meine Schwierigkeiten, besonders mit Teodor Szacki, der mir mit seiner prä-midlife-crisis gehörig auf die Nerven ging. Sympathisch finde ich ihn nicht, wenn auch sehr kompetent und mutig. Und deshalb würde mich eine Fortsetzung durchaus reizen, allerdings graut mir jetzt schon vor den Namen.

So finde ich 'Warschauer Verstrickungen' als Krimi sehr gelungen, habe allerdings massive persönliche Probleme mit dem Drumherum, was ich wirklich schade finde. Und ich frage mich, woran das liegt? Wieso mag ich skandinavische Krimis und Thriller gerade wegen der Namen? Warum mag ich Bücher, die in Frankreich spielen gerade wegen der Namen? Ist das so, weil ich damit Urlaub verbinde? Ganz zu schweigen von den anglo-amerikanischen Büchern, in denen die Namen einfach vertraut sind?
Mag man das, was man kennt? Fühlt man sich dann wohler?
Ja, so wird das sein.
Schade nur, dass es einem den Spaß an einem richtig gutem Krimi vermiest.

Fazit?
Toller Krimi, nur aus anderen Gründe nur bedingt mein Fall!

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