Dienstag, 15. September 2015

Ein Streuner kehrt heim - Nick Trout



Hardcover, Roman



Was ich erwartet hatte, war ein Buch, das in Richtung Chick Lit geht.
Bekommen habe ich ein Buch, das einen amerikanischen James Herriot des 21. Jahrhunderts darstellt. Nun ja, jedenfalls fast. Denn Cyrus Mills muss sein Herz erst noch entdecken.

Obwohl es um tiefe Gefühle geht - Auseinandersetzung mit den Eltern, Tierschicksale, finanzielle Nöte - fand ich 'Ein Streuner kehrt heim' etwas distanziert, was einen Vorteil und einen Nachteil hat: Der Vorteil ist, dass ich nicht nach jeder zweiten Seite Rotz und Wasser geheult habe (mache ich ganz gerne, wenn es um Tiere geht und nervt mich total). Der Nachteil ist, dass mich das Buch emotional nicht so berührt hat, wie es das gekonnt hätte.
Allerdings hat es durchaus seine Momente, besonders am Anfang und gegen Ende.

Natürlich ist es ein Buch für Tierliebhaber, für Fans von James Herriot und für alle, denen Tiere in Büchern nichts ausmacht. Denn 'Ein Streuner kehrt heim' (ein ziemlich blöder Titel, der dem Buch einen völlig falschen Stempel aufdrückt, wie ich meine) ist unterhaltsam, amüsant (auf Kosten von Cyrus) und sehr menschlich. Deshalb, und diesen Effekt kennen wir wohl alle, macht das Buch einfach Lust auf die Fortsetzung (die erst im November 2015 erscheint). Denn vielleicht setzt sich die Entwicklung von Cyrus ja fort und er wird noch ein richtiger Sympathieträger, nicht bloß ein Protagonist mit Potential. Ja, ich denke, man kann schon sehr gut erkennen, dass dies eine Reihe werden soll und als erster Teil ist 'Ein Streuner kehrt heim' wirklich ein toller Aufgalopp. Mir jedenfalls hat es gefallen, wenn zur vollen Punktzahl auch ein bisschen was fehlt. Aber nur ein bisschen.

Stilistisch gibt es nichts auszusetzen, eher im Gegenteil. So liest sich 'Ein Streuner kehrt heim' ganz unkompliziert, ohne simpel zu sein. Dabei verfügt es über einen großen Wortschatz und macht auch Spaß mit kleinen, ironischen Seitenhieben. Ob es nun an dem Original oder an der Übersetzung von Christine Heinzius liegt ist müßig zu beurteilen, aber ich denke, dass auch die beste Vorlage nichts bringt, wenn die Übersetzung miserabel ist. Hier ist das Ergebnis jedenfalls sehr gut.

Fazit?
Unterhaltsame Tierarztgeschichte, die Lust auf mehr macht.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen