Sonntag, 6. September 2015

In ziemlich bester Gesellschaft - Sara Crowe



Broschur, Roman



Ein überaus verwirrendes Buch.
Ein Buch, dass mehr Tiefe hat, als zu vermuten war.
Ein sehr rotes Buch mit rosafarbenen Schnitt - ein Hingucker.

Obwohl es um ernste Themen geht, und ja, auch um Erwachsenwerden, habe ich mich zum Teil sehr amüsiert. Die Fehler, die Sue einbaut, sind klasse und erinnerten mich an das Kinderbuch 'Urmel wird ein Star'. Schön ist da auch der Kontrast zu Coral, die bereits als Kind fehlerfrei aus ihrem Leben berichtet.

Und so bekommt der Leser auch einen guten historischen Rückblick, so ganz nebenbei und ohne, dass man 'In ziemlich bester Gesellschaft' als historischen Roman bezeichnen kann, versteht mich da nicht falsch. Im Gegenteil ist die Handlung beinahe zeitlos und bei all den eher abgedrehten Charakteren doch auch realistisch und eine wunderbare Studie über verschiedene Themen.
Sue, die ihre Mutter verloren hat, Coral, die allein ist, ohne es wirklich zu sein, die ganzen kleinen und großen Katastrophen, die das Leben bietet, und doch auch wieder die Glücksmomente und der Weg aus dem Unglück, all das beschreibt Sara Crowe sehr bildhaft und subjektiv.

Man kann über das Gehabe eines Teenagers lachen - oder sich daran erinnern, wie man selbst in dem Alter war. So hat mich anfangs der Stil 'gestört', bis ich daran dachte, wie ich in diesem Alter geschrieben habe. Das hat seinen ganz eigenen Charme und es ist schön, wenn eine Autorin sich so in ihre unterschiedlichen Protagonisten hinein versetzen kann und das auch stilistisch ausdrückt. Das ist Können.

'In ziemlich bester Gesellschaft' liest sich denn auch sehr flüssig und entspannt, ohne an Tiefe zu verlieren, und hat mich damit sehr überrascht. Denn was anfangs eher profan daher kommt, birgt eine Menge Weisheit und Realität, lässt einen durchaus über eigene Erfahrungen nachdenken und hinterlässt bei mir den Eindruck, ein 'gutes' Buch gelesen zu haben, das mich durchaus beschäftigt. Dabei wirkt es aber in keinster Weise aufdringlich, sondern eben so, wie das Leben ist. Eine Entwicklung, manchmal zum Schlechten, manchmal zum Besseren, aber immer in Bewegung.

Fazit?
Ein Buch mit Inhalt!

'In ziemlich bester Gesellschaft' ist bei Heyne erschienen, ein Verlag, der mich immer wieder überrascht!


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