Montag, 26. Oktober 2015

Der unsichtbare Gast - Marie Hermanson



Klappbroschur, Roman



Wer der unsichtbare Gast ist, entzieht sich mir leider völlig, da hat man wohl einfach einen reißerischen Titel gesucht.
Denn alle Gäste auf Glimmenäs sind durchaus präsent und real. Wenn auch ein wenig verwirrt. Aber ein bisschen ist es wie ein Paradies, verstärkt noch durch den Sommer - und damit erinnert mich 'Der unsichtbare Gast' an britische und US-amerikanische Romane. Immer ist es Sommer, immer ist es irgendwo in ländlicher Umgebung und immer kommt mindestens einer ums Leben. Ist natürlich interessant und Marie Hermanson schreibt genau mit der richtigen Mischung aus Ruhe und Spannung, wie ich finde, Ein angenehm zu lesendes Buch also, das bis auf wenige Ausnahmen eher dahinplätschert. Die unausweichlichen Verwicklungen und die entsprechende Brutalität sind, weil so vorhersehbar, da auch eher wie ein warmer Sommerwind.

Was mir aber gut gefallen hat waren die Aussagen zum aktuellem Leben in Schweden. Dieser Blick auf die Generation junger Leute, die eher orientierungslos aus der Schule in das Erwachsenenleben stolpern, hin und her gerissen zwischen Erfolgsdruck und Versagen und schon gescheitert, bevor sie überhaupt richtig Fuß fassen konnten. Und hier bietet die Geschichte wirklich alle Varianten: das Großmaul, der Akademiker, die Frau, die sich nur durch Männerbekanntschaften über Wasser halten kann, die von Anfang an Gescheiterte und die Verrückte.
Die Charakterstudien haben mir sehr gut gefallen, auch wenn sie vielleicht nicht im Vordergrund stehen. Für mich taten sie das, weil ich die Handlung denn doch eher allzu bekannt und abgenudelt fand.

Fazit?
Ein interessantes Buch, in dem wohl jeder das finden kann, was ihn interessiert.

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