Donnerstag, 8. Oktober 2015

Harry Potter - Die Bücher - Die Filme

Ja, ich habe es getan!
Ich habe alle Harry Potter Hörbücher (gelesen von Felix von Manteuffel) und alle Filme gehört und gesehen.
Nein, ich habe nicht an der Challenge teilgenommen, aber ich habe mich von der Idee motivieren lassen.

Der Grund, warum ich nicht zu jedem Hörbuch eine eigene Rezension geschrieben habe, ist einfach: die gibt es schon, hier im Blog, irgendwann. Und es geht hier auch gerade nicht darum, einzeln zu bewerten oder zu rezensieren.
Es geht vielmehr darum, das Phänomen 'Harry Potter' für mich zu erklären.

Vor ein paar Tagen fragte mich jemand, der weder die Bücher noch die Filme kennt, ob der Hype, der um diese Serie gemacht wurde (und auch noch wird) gerechtfertigt sei. Ich finde ja!
Meine Gründe für diese Antwort sind vielleicht andere als bei anderen, trotzdem möchte ich sie darlegen:

1. Alleine die Planung dieser Reihe finde ich überzeugend.
Wenn man die Bücher der Reihe nach liest (und man sollte das tunlichst so machen!) stellt man fest, dass Joanne K. Rowling nicht einfach angefangen hat zu schreiben, nein, sie wusste von Anfang an, wie es endet. Denn das, was im ersten Teil geschrieben ist, spielt eine Rolle im siebten Teil, alles läuft darauf hinaus und es bildet sich ein absolut rundes Bild. Das habe ich bewusst bei noch keiner Reihe erlebt und es nötigt mir eine Menge Respekt ab.

2. Trotz logischer Fehler (ja, die gibt es!) kann man sich völlig in diese Geschichte fallen lassen, denn die Unlogik hat einfach ihre eigene logische Schlüssigkeit.
Schaut man sich zum Beispiel Harry Potter genauer an, so stellt man fest, dass hier der erste große 'Fehler' der Bücher besteht. Ein Kind, das ungeliebt ist und ständig herabgesetzt wird, entwickelt kein starkes Selbstbewusstsein. Aber ohne dieses Selbstbewusstsein wäre Harry Potter in der Rolle des Guten gegen das Böse natürlich überhaupt nicht geeignet. So wird der 'grobe Fehler' zur unerlässlichen Tatsache. Das geschieht auch noch an anderen Stellen, gehört dann aber einfach zur Schlüssigkeit der Geschichte.
Was ich also für unabdingbar halte, wenn man die Bücher liest oder hört, ist eine gewisse Naivität: Was die Autorin schreibt ist richtig und soll nicht hinterfragt werden.
Kinder können das, Erwachsene nur manchmal.

3. Sieben Teile sind ziemlich viele Teile - aber der Abschied fällt trotzdem schwer.
Ja, es ist immer der gleiche Aufbau.
Ja, es gibt stärkere und schwächere Teile.
Ja, es hätte alles ganz anders laufen können, hätte Dumbledore...
Aber trotzdem hatte ich am Ende jedes Teils das Bedürfnis, sofort den nächsten zu lesen beziehungsweise zu hören. Denn für mich sind viele Chraktere im Laufe der Zeit wie alte Bekannte geworden. Solche, die man vermisst, wenn man sie nicht gerade um sich hat, oder auch einfach mal nicht vermisst. Aber wenn man wieder Kontakt mit ihnen hat, dann möchte man auch Zeit mit ihnen verbringen. (Ich habe Freunde im reallen Leben). Das heißt: Einmal angefangen mit den Büchern, habe ich einfach das Bedürfnis, die ganze Geschichte zu hören.
Schlimm ist dabei der siebte Teil, weil es da ja definitiv endet - und mancher Abschied noch endgültiger ist. Nennt mich sentimental, aber ich finde manche Szenen schon sehr traurig und verliere da ein wenig die Distanz zur Fiktion.
Vielleicht liegt es an der Länge, dass ich mich so an die Charaktere 'gewöhne'.

4. Der Charme der Bücher!
Ehrlich jetzt, vergesst die Filme!
Was für mich die Bücher auch so wunderbar macht, ist die Art und Weise, wie Joanne K. Rowling kleine Geschichten erzählt, Nebendarsteller und Nebenhandlungen einbaut und damit nicht nur die Geschichte von Harry Potter erzählt, sondern auch eine Welt erschafft, in der jedes Detail wichtig ist.
Das geht bei mir so weit, dass ich mich an Filmszenen 'erinnern' kann, die es gar nicht gibt, einfach, weil ich sie mir so plastisch vorgestellt habe. Natürlich auch aufgrund von anderen Filmszenen und den Darstellern, aber eben völlig ohne reallen Hintergrund. Kopfkino vom Feinsten, wenn ihr mich fragt.
Doch was an den Büchern das ganz Besondere ist, das fehlt meiner Meinung nach beinahe komplett in den Filmen. Sicher gibt es Ausnahmen, doch sind die rar und ich finde, die Verfilmungen sind sehr actionlastig und alles in allem eher oberflächlich.
Trotzdem haben sie mein Kopfkino inspiriert.

5. Wir machen ein Vermögen!
Kein Buch hat jemals so ein Merchandising-Programm entfesselt wie die Harry-Potter-Bücher. Das fängt mit immer neuen Ausgaben der Bücher an, geht über Hörbücher und Filme und endet bei Harry-Potter-Aufdrucken auf allem, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Und das über Jahrzehnte! Ich habe meine ersten Harry-Potter-Bücher im Jahre 2000 gekauft und gelesen ('Harry Potter und der Feuerkelch' kam damals aktuell raus), da war vom Hype noch nicht so viel zu spüren, aber das ist immerhin 15 Jahre her. Wie schafft man es, ein Buch beziehungsweise eine Reihe über diesen Zeitraum so in Szene zu setzen, dass das Publikum treu bleibt und kontinuierlich 'nachwächst'?
Das nötigt einem doch Respekt ab, oder?
Man muss ja nicht alles mitmachen (obwohl ich das Harry-Potter-washi-tape sehr gerne hätte), man muss vorallem nicht alles gut finden, aber es ist unzweifelhaft, dass Harry Potter zu einem Markennamen geworden ist,und wo der drauf steht, das verkauft sich. Wer auch nur ein wenig anfällig ist für so etwas, der hat keine Chance!

Für mich sind besonders die Harry-Potter-Hörbücher etwas, zu dem ich gerne 'zurückkehre', eine Geschichte, bei der ich weiß, was mich erwartet: gute Unterhaltung, emotionale Szenen und Erinnerungen daran, was ich beim ersten Lesen erlebt und gefühlt habe.
Ja, ich habe alle Bücher gelesen, zwei davon im Original, weil ich nicht bis zur Übersetzung warten wollte.
Ja, ich habe alle Hörbücher mit Rufus Beck als Sprecher gehört - den ersten Teil mindestens fünf Mal.
Ja, ich habe alle Hörbücher mit Felix von Manteuffel als Sprecher mindestens zwei Mal gehört.
Und ja, ich habe alle Filme mindestens zwei Mal gesehen.

Bin ich ein Fan?
Ja.
Denn ich glaube, ich habe keinem anderen Buch beziehungsweise keiner anderen Reihe so viel Zeit gewidmet.
Ganz zu schweigen vom Geld.








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