Sonntag, 29. November 2015

Servus heißt vergiss mich nicht - Angelika Schwarzhuber



Klappbroschur, Liebe



Warum tue ich mir die Bücher von Angelika Schwarzhuber immer wieder an?
Die Geschichte ist zum größten Teil vorhersehbar, der Humor hält sich in Grenzen und der Schreibstil ist meist eher hölzern.
Und trotzdem schafft sie es jedes Mal, dass ich Rotz und Wasser heule - und zwar nicht wegen irgendwelcher Tiere, wie es mir sonst schnell passiert.

Die Aufteilung des Buches in zwei Handlungsstränge hat mir sehr gut gefallen, auch, weil es da immer Cliffhanger gibt, sodass man gerne weiterliest. Das funktioniert auch ganz gut, denn der Stil ist eher einfach gehalten.
Gefallen hat mir auch, dass die Autorin auf bereits bekannte Charaktere zurückgreift und so einen schönen Bezug zu ihren vorherigen Büchern schafft, ohne die Hauptprotagonisten aus den Augen zu verlieren.
Und bevor wieder diese eine Frage kommt: Ja, man kann es als eigenständiges Buch lesen!
Außerdem ist die Geschichte von Emilie sehr interessant - wenn auch künstlich dramatisiert, wie andere Teile des Romans auch. Irgendwann wurde mir das Gutmenschtum ein bisschen zuviel. Zu viel heile Welt trotz dramatischer Ereignisse.

Die Liebesgeschichte - natürlich gibt es eine Liebesgeschichte - war stellenweise interessant, aber auch hier etwas sehr dramatisch. Diese ewigen Missverständnisse - man kann es auch künstlich verlängern.

Aber wie geschrieben, es liest sich ganz gut, so einfach weg und genau richtig für ein paar Hach-Momente.
Meine Helden sind allerdings eher Benni, Eddi und Casimir.
Nun, das ist meine Meinung.

Nun zu den Momenten, die meine Augen leuchten ließen!
Ich weiß, es ist ein Druckfehler, aber 'Kindergrippe' fand ich toll!
Stefan, der kurzfristig auftaucht - nein, ich verrate nich, warum mich das begeistert hat, lest es einfach selbst.
Und es gibt ein paar richtig tolle Sätze, die ich gleich in mein Zitatenbuch schreibe.

Und das große Heulen!
Irgendwie hat Angelika Schwarzhuber wieder genau den Knopf bei mir gefunden, der direkt mit meinen Tränendrüsen verbunden ist. Ich kann gar nicht genau sagen, was es war, aber an einer Stelle war es so weit. Und es tat mir richtig gut.
Vielen Dank, Angelika Schwarzhuber, Sie durchdringen die Fassade Ihrer Leser!
Meine jedenfalls!

Fazit?
Durchschnittlicher Liebesroman mit viel Gefühl - wer es mag, wird hier gut bedient. Mir fehlt ein bisschen der Schwung.



Und ja, Old Sacramento lohnt sich. Und auch Lake Tahoe! Irgendwie lässt mich das Thema momentan nicht los.
Vor rund 30 Jahren war ich in Kalifornien und Nevada, und nach 'Kalifornische Sinfonie' und anderen Dingen ist diese Zeit gerade sehr präsent bei mir. Und damit auch zwei Menschen, die mir sehr nahe stehen.


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