Samstag, 23. Januar 2016

Planer-Samstag #4

Heute geht es mir um zwei Begriffe, die jeden Planer-Besessenen beschäftigen.

1. Der Planerfrieden

Gemeint ist hiermit der ultimative Planer mit dem perfekten System.
Viele Menschen finden ihn temporär, manche suchen jahrelang danach und behaupten permanent, es gäbe ihn nicht. Und es geht ein Gerücht durch das Internet, dass es tatsächlich Leute gibt, die ihn gefunden haben und sich das nie wieder ändert.

Meine Meinung dazu - aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate - ist, dass Planerfrieden für die ist, die, und wie drücke ich das jetzt nicht allzu negativ aus, irgendwann zu dem Punkt gekommen sind, an dem sie einfach keine Lust mehr haben, Neues auszuprobieren. Denn das Leben ist Entwicklung und es gibt einfach zu viele Möglichkeiten und Neuigkeiten. Und schließlich ändern sich auch die Lebensumstände zuweilen.
Was ich aber für mich festgelegt habe, sind die Eckdaten. Was ist mir bei der Planung wichtig, was brauche ich unbedingt, was brauche ich überhaupt nicht, wann brauche ich Ringe und wann ein gebundenes Buch?

Ein Beispiel: Ich liebe die Monatsübersicht mit den Kästchen! Die male ich mir selbst, dekoriere sie... und vergesse, Termine und so einzutragen.
Was ich dagegen wirklich brauche, ist die Möglichkeit, Wochenaufgaben unabhängig vom Tag aufzuschreiben und abzuarbeiten.
Eine Monatsübersicht ist praktisch, wenn es um den Überblick geht, aber sinnlos, wenn man die Termine nicht einträgt oder genau da nicht nachschaut. So bleibt es eine Spielerei.
Natürlich gibt es für dieses Dilemma eine Lösung.
Weiterhin liebe ich das A5 Format, und ich brauche den Platz auch, aber es ist mir inzwischen zu unhandlich, denn ich plane nicht unbedingt am Schreibtisch, sondern da, wo ich gerade bin.
Und ich möchte Planung, Termine und so weiter strikt vom Tagebuch trennen.

Meine Reise ist definitiv noch nicht zuende, aber ich habe schon viel über mich gelernt.

Und für alle, die verzweifelt nach ihrem Planerfrieden suchen: probiert aus!
Und holt euch nur sporadisch Anregungen von anderen, vorallem, wenn sie ein System benutzen, das nicht zu euch passt. Filofax zum Beispiel ist toll, aber wer mit den Ringen und der 'Freiheit' nichts anfangen kann, der sollte von ihnen Abstand nehmen.
Denn ihr erreicht den Planerfrieden wenn überhaupt nur dort, wo alles so ist, wie ihr es haben möchte und womit ihr euch wohlfühlt.
Zwängt euch nicht in einen Schuh, der euch nicht passt!

2. Das Einhorn

Hierbei handelt es sich um die Marke, die Farbe, die Größe, in die man sich 'schockverliebt'.
Das ist mir gerade passiert und zwar hiermit:


Die Farbe hat mich erst erschreckt, ich habe das Gefühl, keine Abbildung wird ihr wirklich gerecht, aber ich konnte ihn einfach nicht weglegen und musste ihn immer wieder anschauen und berühren. Und ich weigere mich, ihn mit mir rumzutragen, weil ich Angst davor habe, ihn zu 'verletzen'.
Hört sich verrückt an?
Das ist es ganz ohne Zweifel, zumal ich keine richtige Verwendung für ihn habe. Allerdings soll er die Wohnung für Themen sein, die ich nicht in meinem Tagebuch haben möchte. So kann er behütet auf meinem Schreibtisch stehen und sich anschmachten lassen.
Einrichten mag ich ihn auch noch nicht, weil er perfekt werden muss!

Das Einhorn hat also bei mir überhaupt nichts mit Planerfrieden zu tun, ganz im Gegenteil. Für mich ist dieser Filofax eher ein Dekoartikel, dem ich eine Aufgabe zuweise, um vor mir selbst seinen Aufenthalt bei mir zu rechtfertigen.
Was er im übrigen gar nicht nötig hat.

Wie ihr seht, ist das Planer-Leben bunt, es gibt unzählige Möglichkeiten und noch mehr Produkte und Ideen.
Und für jedes Thema gibt es ein YouTube-Video.

Ein kleiner Tipp für die, die ganz neu in diesem Metier sind:
Kauft euch nicht um Kopf und Kragen, probiert die einfachsten Möglichkeiten aus. Das kann ein Schulheft sein, um sich darüber klar zu werden, welche Aufteilung für euch richtig ist. Vielleicht braucht ihr zwei Seiten pro Tag, vielleicht reicht eine Monatsübersicht? Kein Problem, all das kann man selbst zeichnen, um es auszuprobieren. Probiert jedes System aus, nicht nur einen Tag, sondern eine Woche oder einen Monat. Und scheut euch nicht, zum ersten Versuch zurückzukehren.
Und wenn ihr unbedingt einen Ringordner wollt, auch hier gibt es billigere Modelle, mit denen ihr testen könnt, und sei es ein normales A5-Ringbuch.
Das gleiche gilt für Dekoration - glaubt mir, die ersten Kaufräusche sind die, mit denen ihr am Ende am wenigsten anfangen könnt.
Natürlich kann man washi tape immer gebrauchen, aber was ist mit sticky notes, wenn man die im Grunde überhaupt nicht benutzen mag? Oder sie zwar schön aussehen, aber überhaupt nicht haften oder man sie nicht beschriften kann, weil der Kleber von dem vorherigen Blatt darauf haftet?
Fragt euch einfach, ob ihr überhaupt dekorieren wollt und könnt.
Ja, ich habe all die tollen Bilder und Videos gesehen, aber weder ist meine Schrift schön noch kann ich malen. Und die washi tapes sehen grundsätzlich immer schöner aus, wenn andere Leute sie benutzen. Ganz davon abgesehen, dass nicht jedes System für Dekoration geeignet ist.

Genug den moralischen Finger erhoben!
Schließlich geht es neben der Hilfe für den Alltag beim Planen auch immer um ganz viel Spaß!


Video-Empfehlung:
https://www.youtube.com/watch?v=_GOlZ1gxwrk


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