Samstag, 2. Januar 2016

Steinerne Schwingen (Dark Elements 1) - Jennifer L. Armentrout


Hardcover, Jugendfantasy


Das Äußere dieses Buches gefällt mir sehr gut.
Der Schutzumschlag ist dunkelgrün-metallic, was echt ein Hingucker ist, wie ich finde. Die große goldfarbene Schrift und das schwarze Ornament geben dem Cover einen zusätzlichen edlen Touch. Der eigentliche Titel des Buches ist dagegen so dezent, dass man ihn bei der normalen Draufsicht eher nicht endeckt. Das stört aber nicht weiter, denn es geht hier wohl eher um das Gesamtkunstwerk.
Der eigentliche Einband ist dagegen schon eher langweilig.

Das Innere hat mich zuerst schockiert, die Schrift ist eher genreuntypisch schon als winzig zu bezeichnen. Mit einem anderen Layout wären aus den 368 Seiten dieser Ausgabe wohl locker über 500 geworden.

Nun aber zu der Geschichte:
Mir kommt es so vor, als hätte Jennifer L. Armentrout einige verschiedene Geschichten bunt zusammengemixt und daraus eine ganz neue und auch irgendwie andere Handlung gezaubert. Das ist überhaupt nicht schlimm, zumal ich es faszinierend fand, wie sie mit Klischees gebrochen hat und dadurch - jedenfalls für mich - etwas erzählt, dass nicht in das gern benutze Schema F passt. Das gilt besonders für die Graufärbung der allgemein benutzten schwarz-weiß Stereotypen. Und das absolut stimmig und integer. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Protagonisten fand ich überzeugend und sympathisch, besonders Layla und Roth. Das, was sie verbindet, war bezaubernd und romantisch, ohne auch nur für einen Augenblick kitschig oder kindisch zu wirken. Ganz im Gegenteil und besonders im Hinblick auf das Ende.
Es gab allerdings ein paar Situationen, die mir ein wenig unlogisch vorkamen, doch verliert sich dieser Eindruck schnell, wenn man die Personen als das sieht, was sie nun einmal sind: Jugendliche, die auch mal etwas unpassendes machen. Also kein Drama.

An Spannung mangelt es nicht, im Gegenteil. Einmal von der Handlung richtig in seinen Bann gezogen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste unbedingt wissen, wie es weitergeht. Auch gibt es viele Randfiguren, die zwar nicht unbedingt 'liebenswürdig' sind, aber doch für Erheiterung sorgen. Oder für den einen oder anderen Schrecken. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket aus Personen und Handlung und ich finde, Jennifer L. Armentrout hat eine phantasiereiche Basis für das ganz große Kopfkino geschaffen.

Ja, inhaltlich braucht sich dieses Buch nicht zu verstecken und ich freue mich auf die Fortsetzung, die im Februar erscheint.

Was mich allerdings immer wieder richtig genervt hat, war das Stolpern über Sätze, die noch nicht einmal Sinn ergaben, wenn ich sie viermal gelesen hatte. Erst, als ich versuchte, sie ins Englische zu übersetzen, hatte ich eine Ahnung davon, was die Autorin sagen wollte - und an dem sowohl Übersetzung als auch Lektorat scheiterten. Das geschah nicht so häufig, dass es unerträglich geworden wäre, versteht mich bitte nicht falsch, aber es hat mich immer wieder aus dem Lesefluss und dem Genuss der Geschichte gerissen. Ein wenig mehr Sorgfalt bei der Bearbeitung hätte geholfen. Dass dies nicht selbstverständlich ist, finde ich traurig, gerade auch, weil es Verlage gibt, die damit kein Problem haben.

'Steinerne Schwingen' endet nicht mit einem Cliffhanger, allerdings mit einer Andeutung, die nicht zwingend eine Fortsetzung fordert. Nein, ich denke, man kann da durchaus den nächsten Erscheiningstermin abwarten und sich bis dahin mit der eigenen Phantasie trösten. Ich jedenfalls habe schon so eine oder vielleicht auch zwei Ideen.

Fazit?
Eine phantasiereiche Geschichte, die sich nicht scheut, auch mal andere Wege zu beschreiten. Mich hat sie auf alle Fälle in Atem gehalten. Und ich denke, das Potential wurde noch nicht völlig ausgeschöpft.

'Steinerne Schwingen' ist bei ya! erschienen.

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