Donnerstag, 4. Februar 2016

Jane Austens Northanger Abbey - Val McDermid


Hardcover, Klassiker-Adaption


Ich gebe es auf!
Ehrlich, ich kann mit Jane Austens Romanen, egal, wie sehr sie auch verändert sind, einfach nichts anfangen.

Ja, diese Version liest sich flüssig und entspannt, es gibt wenige Kanten, die mich aber nicht weiter gestört haben. So ist es manchmal 'interessant', wenn die sehr gestelzte Ausdrucksweise plötzlich von schlimmsten Slang abgelöst wird - von der gleichen Person - aber das passte dann doch irgendwie.
Was mich stört ist dieses ständige Hin und Her, ohne das auch nur irgendetwas passiert. Cat geht zu einer Veranstaltung, Cat geht in ein Café, trifft sich mit jemanden, geht nach Hause, fährt in der Gegend rum... Und nichts passiert. Es wird geredet, sicher, aber es ist so unglaublich belanglos und ohne die geringste Tiefe. Und dann wird es mal spannend und verpufft einfach, man muss ja wieder irgendwohin gehen und Belangloses reden. Dazu kommen noch diese Pseudogefühle, die im Grunde nur Schwärmereien sind und dabei so schrecklich kindisch, dass es noch nicht einmal für ein 'Hach' reicht. Und dabei wird dann noch 'weltbewegendes' diskutiert, zum Beispiel Emanzipation. Das mag vor zweihundert Jahren gewiss dramatisch gewesen sein, heutzutage frage ich mich, was dieser Blödsinn eigentlich soll. Sorry.

Val McDermid hat sicher ihr Bestes getan, um die Geschichte ins 21. Jahrhundert zu transportieren, aber wo keine Tiefe ist, da reicht auch Modernität nicht, sie zu schaffen. Und ja, ich weiß, dass es ganz viele Menschen gibt, die ganz anderer Meinung sind. Aber wie geschrieben, ich kann damit einfach nichts anfangen.
Die Idee mit den Vampiren ist nett, wenn auch eher zweitrangig, denn ich nehme Cat ihre Spinnereien einfach nicht ab.

Das Publikum für dieses Buch ist sicherlich eher bei unter 20jährigen zu suchen, wenn nicht noch jünger. Denen erschließt sich vielleicht auch die Romantik, keine Ahnung.

Eine Sache fand ich bedenklich, nämlich die Art, wie Cat mit den gegen sie erhobenen Vorwürfe umgeht. Da fehlt mir der aufgeklärte Umgang mit dem Thema, so wirkt es diskriminierend. Der 'Fehler' wird später ausgebügelt, der Eindruck bleibt jedoch.

Fazit?
'Jane Austens Northanger Abbey' ist meiner Meinung nach als Adaption durchaus gelungen, doch kann sie mein ganz persönliches Problem mit Jane Austens Romanen leider nicht beheben. So bleibt es ein Buch, das ich leicht zu lesen aber komplett inhaltslos fand.

Das Buch ist bei HarperCollins erschienen.

Kommentare:

  1. Ich habe inzwischen schon sehr viele verschiedene Meinungen zu diesem Buch gelesen - ich werde es in den nächsten Tagen beginnen und bin echt gespannt, wie es mir dann gefallen wird...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bestimmt gut ;)
      Unsere Meinungen driften ja zuweilen arg auseinander! Und lass dich bei dem Lesen nicht von dem beeinflussen, was andere geschrieben haben.

      Löschen